Bei welcher Außentemperatur soll der Gaskessel anspringen?
Typisch sind −2 bis +3 °C, so der Leitfaden der BNS Worms, und der genaue Wert hängt am Preisverhältnis und an der Effizienz der Wärmepumpe. Fachleute nennen ihn Bivalenzpunkt.
Was die Kilowattstunde Wärme kostet
Allein vom Preis her lohnt sich der Kessel selten. Wir haben die Werte eines Beispielgeräts mit 9 kW laut Herstellerdatenblatt in Cent je Kilowattstunde Wärme umgerechnet, ohne Grundpreise und ohne Empfehlung für dieses Gerät.
| Betriebspunkt |
COP |
Heizstrom 29,0 ct |
Haushaltsstrom 38,9 ct |
| 7 °C außen, 35 °C Vorlauf |
4,48 |
6,5 ct |
8,7 ct |
| 7 °C außen, 55 °C Vorlauf |
2,78 |
10,4 ct |
14,0 ct |
| −7 °C außen, 35 °C Vorlauf |
2,63 |
11,0 ct |
14,8 ct |
| −7 °C außen, 55 °C Vorlauf |
1,80 |
16,1 ct |
21,6 ct |
| Gas-Brennwert bei 13,83 ct und 90 % Nutzung |
|
15,4 ct |
15,4 ct |
Die Preise stammen vom BDEW, Stand 01.10.2026, und die Rechnung ist unsere eigene. Mit Heizstrom liegt die Wärmepumpe nur im ungünstigsten Punkt über dem Gas, und dort um 0,7 ct. Teuer wird sie erst, wenn hoher Vorlauf, starker Frost und ein normaler Haushaltstarif zusammenkommen. Wer die Heizkörper so weit bringt, dass 35 bis 55 °C Vorlauf reichen, gewinnt meist mehr als mit einem zweiten Erzeuger.
Was das im Hamburger Winter heißt
Der Januar liegt in Fuhlsbüttel im Mittel bei 2,0 °C, dazu kommen dort 64,9 Frosttage im Jahr (DWD, 1991 bis 2020). Bei einem Umschaltpunkt von +3 °C läuft in einem normalen Januar also oft der Kessel, und die 80 % Deckung aus der Hamburger Regel sind dann schwer zu erreichen. Deshalb planen wir den Punkt in Hamburg eher am unteren Ende der üblichen Spanne.
Wie Wärmepumpe und Kessel zusammenlaufen
Im bivalent-parallelen Betrieb laufen an kalten Tagen beide Erzeuger gleichzeitig. Im bivalent-alternativen Betrieb schaltet die Wärmepumpe ab, sobald der Kessel anspringt, und bei bivalent-teilparallel laufen erst beide, bis der Kessel unterhalb einer zweiten Temperatur allein weitermacht. Hoher Vorlauf spricht für die alternative Fahrweise, weil die Wärmepumpe die nötige Temperatur dann nicht mehr sparsam erreicht.