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Hoher Altbauraum mit Stuckdecke und Dielen, unter dem Sprossenfenster ein alter gusseiserner Rippenheizkörper
Planung, Einbau, Wartung

Hochtemperatur-Wärmepumpe im Altbau: wann 70 Grad nötig sind

In Hamburger Altbauten prüfen wir, ob eine Hochtemperatur-Wärmepumpe nötig ist oder neue Heizkörper reichen. Bis 70 °C Vorlauf sind möglich, als Ziel gelten höchstens 55 °C.

oder per E-Mail: kontakt@waermepumpe-in-hamburg.de

Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe erreicht bis 70 °C Vorlauf, einzelne Geräte nennen im Datenblatt 75 °C. Der Vorlauf ist das Heizwasser auf dem Weg zu den Heizkörpern, und je heißer es sein muss, desto mehr Strom braucht die Anlage. Deshalb nennt die Verbraucherzentrale höchstens 55 °C als Ziel, am besten sind 30 bis 50 °C (Stand 11/2026).

Bei einem Altbau mit Heizkörpern aus der Kesselzeit klären wir zuerst, welche Temperatur das Haus an einem kalten Tag wirklich braucht. Erst danach lässt sich sagen, ob ein Gerät mit 70 °C nötig ist oder ob ein paar größere Heizkörper mehr bringen. Was sonst im Bestand dazugehört, steht bei der Wärmepumpe im Altbau.

Für die Planung sind diese Temperaturen wichtig.

Vorlauf Bedeutung für die Planung Quelle
30 bis 50 °C am besten für den Stromverbrauch Verbraucherzentrale, 11/2026
55 °C Obergrenze als Ziel, auch der Wert für den Heizkörpertest Verbraucherzentrale, 11/2026
60 °C bis hierher reicht der JAZ-Rechner des BWP BEG-Richtlinie Anlage 3.4.6, TFAQ 8.18
70 °C möglich, geht zu Lasten der Effizienz Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
75 °C Datenblattwert eines Beispielgeräts, keine Empfehlung Herstellerdatenblatt

Ein Gerät, das 70 °C schafft, läuft nicht dauernd so heiß. Die Regelung passt den Vorlauf an die Außentemperatur an, die hohen Werte fallen also nur an den kältesten Tagen an.

Wie heiß muss der Vorlauf im Altbau wirklich sein?

In den Feldtests des Fraunhofer ISE kamen Altbauten mit deutlich weniger als 70 °C aus. Im Projekt WPsmart lag der maximale Vorlauf der 29 ausgewerteten Außenluft-Anlagen bei 43,6 °C, in Häusern der Baujahre 1949 bis 1979 lagen die Temperaturen bei 31 bis 43 °C.

Für ein unsaniertes Haus sagt das wenig. In diesem Projekt waren Fenster zu 89 %, Dächer zu 86 % und Außenwände zu 57 % saniert, und unsanierte Häuser bildeten keine eigene Gruppe. Wer einen Klinkerbau mit den ersten Fenstern und ungedämmter Kellerdecke hat, kann also höher liegen.

Für Hamburg nennt der DWD am Standort Fuhlsbüttel ein Januarmittel von 2,0 °C und 13,3 Eistage im Jahr (1991 bis 2020). Die Klimakarte des BWP weist in einer Stichprobe von Postleitzahlen Norm-Außentemperaturen von −8,2 bis −9,8 °C aus. Auf diesen Wert wird die Anlage ausgelegt, an den meisten Heiztagen ist es deutlich wärmer, und der Vorlauf bleibt entsprechend niedriger.

Den eigenen Bedarf können Sie noch mit dem alten Kessel testen. Die Verbraucherzentrale rät, an einem kalten Tag den Vorlauf auf 55 °C zu stellen und alle Thermostate auf Stufe 3. Werden alle Räume warm, geht die Wärmepumpe auch ohne Hochtemperatur, bleibt ein Raum kalt, ersetzt man dort den Heizkörper. Wie Sie das einstellen und aufschreiben, steht unter Vorlauftemperatur und Heizkörper prüfen.

Großer gedämmter Pufferspeicher im Heizungskeller, schwarz gedämmte Rohre mit Kugelhähnen, frisch geweißte Wand

Was wir im Keller prüfen, bevor wir ein 70-Grad-Gerät einplanen

Ein hoher Vorlauf hat oft eine Ursache in der Verteilung, die sich beheben lässt. Deshalb sehen wir uns vor der Gerätewahl diese Punkte an.

  • Hydraulischer Abgleich. Laut BWP sind 80 % der Anlagen nicht abgeglichen, und in 90 % ist ein Ventiltausch sinnvoll. Ohne Abgleich wird der Vorlauf gern so lange hochgedreht, bis auch der letzte Raum warm wird.
  • Einrohrheizung. Hier läuft das Wasser durch mehrere Heizkörper nacheinander und kommt am letzten schon abgekühlt an. Solche Anlagen brauchen hohe Temperaturen oder einen Umbau, und die IFB zählt Einrohr-Maßnahmen zu den förderfähigen Kosten.
  • Einzelne knappe Räume. Meist ziehen wenige Räume den Vorlauf für das ganze Haus hoch, etwa das Bad oder ein Eckzimmer unter dem Dach.
  • Warmwasser. Der BWP nennt für 4 Personen einen Speicher von 200 bis 300 l und nicht unter 55 °C. Das erreichen auch Geräte ohne Hochtemperatur-Angabe, nur eben mit mehr Strom als im Heizbetrieb.

Was kostet es im Jahr, wenn die Anlage heiß fahren muss?

Mit einer Jahresarbeitszahl von 2,6 und Haushaltsstrom bleibt gegenüber Gas im Beispiel fast nichts übrig, rund 80 € im Jahr. Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viel Wärme je Kilowattstunde Strom im Jahresmittel entsteht, gemessene Werte stehen bei der Jahresarbeitszahl aus dem Feldtest.

Beispiel. Angenommen, Ihr Haus braucht heute 20.000 kWh Gas, was bei 90 % Kesselnutzung 18.000 kWh Wärme ergibt. Das Gas kostet bei 13,83 ct/kWh dann 2.770 € im Jahr, Wartung nicht eingerechnet. Für den Strom setzen wir Heizstrom zu 29,0 ct und Haushaltsstrom zu 38,9 ct an (alle Preise BDEW, 01.10.2026).

Jahresarbeitszahl Strom im Jahr Strompreis Kosten im Jahr gegenüber Gas
3,4 5.300 kWh 29,0 ct 1.540 € rund 1.230 € weniger
3,0 6.000 kWh 29,0 ct 1.740 € rund 1.030 € weniger
2,6 6.900 kWh 38,9 ct 2.690 € rund 80 € weniger

Der Wert 2,6 ist die untere Grenze der Außenluft-Anlagen im Feldtest des Fraunhofer ISE, und bei 3,4 lag dort das Mittel. Mit Heizstrom zu 29,0 ct kostet eine Anlage mit 2,6 rechnerisch rund 2.000 €, also immer noch rund 260 € mehr als eine mit 3,0.

Wie stark die Temperatur wirkt, steht im Datenblatt eines 9-kW-Geräts, das wir nur als Beispiel nehmen. Bei 7 °C Außenluft nennt es einen COP von 4,48 bei 35 °C Vorlauf und 2,78 bei 55 °C, bei −7 °C sind es 2,63 und 1,80. Der COP gibt an, wie viel Wärme je Kilowattstunde Strom in genau diesem Betriebspunkt entsteht.

Lassen Sie sich den COP bei Ihrer Auslegungstemperatur im Angebot nennen, gerade wenn sie über 55 °C liegt, und fragen Sie nach, wenn nur der Wert bei 35 °C dort steht.

Was kostet es bei Ihnen?

Die Zahlen oben sind Richtwerte. Was es bei Ihnen kostet, sagen wir Ihnen nach einem kurzen Gespräch.

Reicht es, einzelne Heizkörper zu tauschen?

Bekommt eine 70-Grad-Anlage die KfW-Förderung?

Ja, wenn sie die Bedingungen erfüllt, und dazu gehört eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0, nachgewiesen nach VDI 4650 Blatt 1 (BEG-Richtlinie Anlage 3, Stand 11/2026). Die IFB Hamburg verlangt in ihrer Produktinformation 3,1. Beide Werte sind Rechenwerte vor dem Einbau und keine Messung im Betrieb.

Der JAZ-Rechner des BWP reicht laut den technischen FAQ zur Richtlinie bis 60 °C Vorlauf. Liegt die Auslegung Ihres Hauses darüber, klären wir den Nachweis, bevor Sie den Vertrag unterschreiben. Sätze und Fristen stehen bei der Förderung in Hamburg.

Wer vermietet, sollte außerdem § 559f BGB kennen. Die Kosten lassen sich voll nur mit einer Jahresarbeitszahl von mindestens 2,5 auf die Miete umlegen, sonst nur zur Hälfte, und zu den Ausnahmen gehört ein Vorlauf bis 55 °C. Bei einem Altbau, der heißer gefahren wird, kommt es also auf diesen Nachweis an.

Vorgarten eines Rotklinkerhauses mit Hainbuchenhecke und Stauden, neben dem Eingang ein Außengerät hinter Holzlatten

Was hat R290 mit den hohen Temperaturen zu tun?

Wann ist eine andere Lösung besser?

Wenn das Haus auch nach Abgleich und neuen Heizkörpern dauerhaft hohe Temperaturen verlangt, vergleichen wir die Wege nebeneinander. Die Angaben zur Fernwärme gelten nur im Hamburger Stadtnetz.

Weg passt, wenn was dagegen spricht
Hochtemperatur-Wärmepumpe Rechnung ergibt mindestens 3,0, Platz fürs Außengerät ist da höherer Strombedarf, Nachweis über 60 °C vorab klären
Fernwärme Haus liegt im roten oder violetten Gebiet des Wärmeportals kleine Gebäude im roten Gebiet werden in der Regel nicht angeschlossen; 9,907 ct/kWh und Baukostenzuschuss 11.305 € bis 1.000 l/h (Neuvertrag 2026)
Hybridheizung Wärmepumpe übernimmt die milden Tage, Kessel die kalten laut BWP nur in wenigen Fällen nötig; Marktumfrage ca. 49.000 € (Verbraucherzentrale Energieberatung, Preise 06/2026)
Dämmen Kellerdecke oder Dach stehen ohnehin an kostet selbst Geld und gehört in eine eigene Rechnung

Bei einer Hybridheizung gilt die Hamburger 15-%-Pflicht nur mit Jahresarbeitszahl 3,0 und 80 % Deckung oder 3,5 und 50 % Deckung als erfüllt. Ob Ihr Haus im Netzgebiet liegt, zeigt das Wärmeportal, die Einordnung steht bei Wärmeplanung und Fernwärme.

Kommt die Rechnung selbst mit neuen Heizkörpern nicht auf 3,0 und ist nur Haushaltsstrom im Spiel, raten wir von der Luft-Wasser-Wärmepumpe ab. Rund 80 € Vorteil im Jahr wie im Beispiel oben rechtfertigen die Investition nicht.

Was wir für eine erste Einschätzung brauchen

Baujahr und Jahresverbrauch reichen für den Anfang, dazu die Zahl und ungefähre Größe der Heizkörper. Falls Sie den Test mit 55 °C schon gemacht haben, schreiben Sie dazu, welche Räume kalt blieben. Schicken Sie das über das Formular oder an kontakt@waermepumpe-in-hamburg.de, der erste Termin kostet nichts.

Häufige Fragen

Wie viel Grad schafft eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?

70 °C Vorlauf sind laut Verbraucherzentrale möglich, gehen aber zu Lasten der Effizienz. Einzelne Geräte nennen im Datenblatt 75 °C. Fragen Sie auch, bis zu welcher Außentemperatur das Gerät diesen Wert hält.

Brauche ich im Altbau zwingend eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?

Nein. Im Fraunhofer-Projekt WPsmart lag der maximale Vorlauf der Außenluft-Anlagen bei 43,6 °C, allerdings in meist teilsanierten Häusern. Ob Ihr Haus damit auskommt, zeigt der Test mit 55 °C an einem kalten Tag.

Kann ich mit einer 70-Grad-Wärmepumpe alle Heizkörper behalten?

Ja, technisch geht das meist. Der Strombedarf steigt dabei mit jedem Grad um 2 bis 4 %. Wir rechnen deshalb vorher durch, ob ein paar neue Heizkörper im Jahresvergleich weniger kosten.

Ist eine Wärmepumpe mit hohem Vorlauf billiger als die Gasheizung?

Nein, nicht automatisch. Bei einer Jahresarbeitszahl von 2,6 und Haushaltsstrom zu 38,9 ct bleiben im Beispiel mit 18.000 kWh Wärme nur rund 80 € im Jahr Vorteil gegenüber Gas. Bei 3,0 und Heizstromtarif wächst der Vorteil auf rund 1.030 €.

Fördert die KfW eine Wärmepumpe mit 70 Grad Vorlauf?

Ja, wenn sie die Bedingungen erfüllt, darunter eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 nach VDI 4650. Der JAZ-Rechner des BWP reicht bis 60 °C Vorlauf, bei höherer Auslegung klären wir den Nachweis vor dem Vertrag.

Darf eine R290-Wärmepumpe direkt am Nachbarfenster stehen?

Nein. Laut Anleitung eines Beispielgeräts darf der Schutzbereich nicht auf das Nachbargrundstück reichen, und Fenster, Türen und Lichtschächte dürfen nicht darin liegen. Maßgeblich ist die Anleitung des jeweiligen Geräts.

Wie viel Strom kostet jedes Grad mehr Vorlauf?

2 bis 4 % mehr Strom je Grad nennt die Verbraucherzentrale. Über mehrere Grad summiert sich das, deshalb senken wir den Vorlauf so weit, wie die Heizkörper es zulassen.

Was kostet es, nur die zu kleinen Heizkörper zu tauschen?

326 bis 1.207 € je Stück, im Median 642 €, laut Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz von 2025. Für fünf Stück ergibt das rund 3.210 €. Meist reicht ein Teil der Heizkörper.

Braucht das Warmwasser eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?

Nein. Der BWP nennt für den Speicher mindestens 55 °C, und diesen Vorlauf erreichen auch übliche Geräte. Er kostet nur mehr Strom als die Heizung bei niedrigerem Vorlauf.

Erfüllt eine Hochtemperatur-Wärmepumpe die Hamburger 15-%-Pflicht?

Ja, als einziger Wärmeerzeuger erfüllt eine Wärmepumpe die Pflicht laut BUKEA. Nur bei einer zweiten Heizung im Haus gelten Grenzen, nämlich 3,0 mit 80 % Deckung oder 3,5 mit 50 % Deckung. Der Nachweis läuft innerhalb von 18 Monaten nach Inbetriebnahme.

Hände mit Grundrissplan, Zollstock und Bleistift auf einem Esstisch aus Eiche, daneben eine Tasse Kaffee
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